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Unsere Familie ist unser Rückhalt. Eine Stütze an die wir uns anlehnen und auf die wir zählen können. Es ist unsagbar traurig, wenn es Unstimmigkeiten in einer Familie gibt! Wir brauchen sie! Wo sonst könnten wir uns anlehnen? Zurückgreifen? Vertrauen? Was tun, wenn die Familie nicht mehr den Halt gibt? Unbeschreiblich schöne Ergebnisse und Erfahrungen kann man in Familienaufstellungen erleben. Man lernt, sieht und spürt die Zusammenhänge, erkennt die Blockaden und ... das Schönste daran, man kann sie auflösen.


Eine Familienaufstellung ist nicht etwas, dass man bei irgendjemanden machen sollte. Oft werden äußerst intime und private Themen behandelt. Daher ist ein 100-prozentiges Vertrauen zu dem Therapeuten bzw. dem Leiter / der Leiterin ein unbedingtes Muss.

Weiters spielt die Erfahrung des Aufstellungs-Leiters/Leiterin eine enorm wichtige Rolle. Bei tief sitzenden Schmerzen und/oder Verletzungen kann es sehr wohl zu starken Emotionen kommen. Aufkommende Prozesse dürfen nicht einfach übergangen werden! Es liegt in der Verantwortung des Aufstellungs-Leiters/Leiterin diese sicher zu kontrollieren, damit sie liebevoll aufgelöst und transformiert werden können.

Um bei einer Familienaufstellung teilzunehmen - sei es als Aufsteller (derjenige, der eine Situation aufstellen lässt) oder als Darsteller (derjenige, der sich als Darsteller zur Verfügung stellt), braucht man keine besonderen Vorkenntnisse, absolvierte Kurse oder Seminare. Der Aufstellungs-Leiter/Leiterin wird zu Beginn die wesentlichen Punkte erläutern! Das Gefühl und die unbeschreibliche Erfahrung kommt dann von ganz alleine!

Einen Punkt möchten wir aber dennoch besonders hervorheben: Alles was im Raum der Familienaufstellung geschieht, soll auch in diesem bleiben. Es steht niemanden zu, nach einer Aufstellung wild darüber zu reden. Schon gar nicht wenn Namen fallen. Die Rolle, die ein Darsteller übernimmt, ist nur geborgt und dient ausschließlich dem Aufsteller und dem Augenblick. Danach gilt es, sich gänzlich aus der Rolle zurückzuziehen und die Privatsphäre des Aufstellers zu achten.

Natürlich kann man Beispiele oder tief berührende Erfahrungen kundtun. Doch sollte dies stets in Achtung der Familie oder des Problems des Aufstellers geschehen!


Prinzipiell gibt es hier keine Einschränkungen. Wichtig ist nur, dass man ein Thema hat, das einem belastet und welches man gerne auflösen möchte. (mal ehrlich, wer hat das nicht?) Einfach so einmal eine Familienaufstellung zu machen ist nicht Sinn der Sache und führt sicherlich ohne Benennung des Problems zu keinem Erfolg. Außerdem würde ein seriöser Aufstellungs-Leiter/Leiterin eine solche Aufstellung nicht durchführen.

In vielen Menschen schlummert das Gefühl, von irgendwelchen Ereignissen in der Familie bedrückt zu werden. Unangenehme Ereignisse der Vergangenheit werden oft verschwiegen. Diese unsichtbare Last hat markante Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und lasten schwer auf unserer Seele.

Doch nicht nur die Familie, auch die berufliche Situation, Krankheiten oder andere Lebensthemen und Konflikte können aufgestellt werden. So wird es zum Beispiel möglich dem Boss, vor dem man sich ansonsten fürchtet, gegenüber zu stellen und den Grund für die negativen Gefühle zu ergründen.

Auch bekommt man bei einer Familienaufstellung die Möglichkeit, sich seinen innersten Ängsten zu stellen und die Ursache dieser zu entdecken und zu transformieren. Im geschützten Rahmen einer Aufstellung verlieren diese schnell an Macht und man findet den Mut seinen Ängsten offen entgegenzutreten - mit der Sicherheit, diese loslassen zu dürfen!

Den Aufstellungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt!


Eine Familienaufstellung soll helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen und sich von dieser Gefühlslast zu befreien, sowie mehr über die eigene Geschichte zu erfahren. Der Aufsteller stellt seine Gegenwarts- oder Herkunftsfamilie auf. Dazu wählt er aus den Darstellern Personen aus, die stellvertretend die Position von Familienmitgliedern einnehmen. Jeder Mensch trägt eine Familiengeschichte in sich, wobei es gilt negative Überlieferungen aufzulösen.

Durch die Auswahl der Darsteller für die jeweiligen Familienmitglieder schafft der Aufsteller ein „wissendes Feld“. Jede Familie umgibt ein solches „wissendes Feld“, zu dessen Informationen jeder Zugang hat, der in das zugehörige System eintritt. Auf diese Weise ist es den Darstellern möglich, sich derartig in die Familienmitglieder hineinzuversetzen. Das Phänomen der so genannten „Gegenübertragung“ entdeckte schon Sigmund Freud. Hierbei verlässt der Therapeut seine objektive Haltung gegenüber seinem Patienten und entgegnet auf dessen Geschichte eigene Gefühle und Erfahrungen.

Gemeinsam wird nun eine Situation nachgestellt, die so in der Familie stattgefunden haben könnte. Schon nach kurzer Zeit ist es den Darstellern möglich, in das Leben und die familiäre Situation des Aufstellers einzutauchen, indem sie ihre Gefühle, Vorurteile und Erwartungen auf ihre Rolle projizieren. So sind, für viele Menschen ungeahnte, Gefühlsausbrüche aber auch Wut gegenüber ihnen unbekannten Personen möglich, die im Zuge der Aufstellung ein geliebtes oder ungeliebtes Familienmitglied des Aufstellers symbolisieren.

So sollen nun mit Hilfe des Therapeuten krankmachende Verstrickungen mit Familienmitgliedern oder anderen Konfliktsituationen offensichtlich gemacht werden, um diese auflösen zu können. Hierbei gilt es, auch unbewusste oder verdrängte Lösungen aus dem Unterbewusstsein hervorzubringen und diese zur Verbesserung der Situation einzusetzen. Anhand der dargestellten Konstellation kann sich der Therapeut ein Bild von dem sozialen Gefüge machen, in dem der Klient lebt und von dem er beeinflusst wird.


Der Aufstellungs-Leiter/Leiterin legt vor Beginn einer jeder Aufstellung fest, welche Familienmitglieder für die Lösung des Problemes aufgestellt werden müssen. Jeder Aufsteller wählt die „Vertreter“ seiner Familienmitglieder selbst aus den Darstellern aus - beginnend mit seiner eigenen Person. Nach deren Einwilligung werden die Darsteller vom Aufsteller in Ihre vorgesehene Rolle gestellt. Dazu wird jeder auf eine vom Aufsteller vorgesehene Stelle im Raum geführt. Wichtig ist hier der Körperkontakt. Danach wird dem Darsteller mit dem Namen des darzustellendes Familienmitgliedes die jeweilige Rolle übergeben. Tatsächliche eigene Familienmitgleder, die bei der Familienaufstellung anwesend sind, dürfen hierbei nicht als Darsteller ausgewählt werden.

Danach setzt sich der Aufsteller wieder an seinen Platz. Er nimmt zu Beginn nicht aktiv an der Aufstellung teil. Er beobachtet das Geschehen von außen. So ist es für ihn leichter, dass gesamte Umfeld genau zu beobachten und Zusammenhänge zu erkennen. Er wird erst später, zur tatsächlichen Lösung des Themas und zur Festigung des Transformationsprozesses in die Aufstellung selbst miteinbezogen.

Ein Darsteller kann natürlich eine Rolle ablehnen. Hier sollte man aber wissen, dass jede ihm zugewiesene Rolle auch für den Darsteller selbst wichtig ist. Man bekommt nur eine Rolle, die einem bei eigenen Prozessen unterstützen kann. Auch der Darsteller bekommt im Laufe einer Aufstellung sagenhafte Eindrücke und Erkenntnisse, die sich in ihm festigen und zur Lösung eigener Themen beitragen können.

Nachdem ihm vom Aufsteller seine vorgesehene Rolle anvertraut wurde, fühlt sich der Darsteller in diese zu verkörpernde Person ein. Binnen weniger Augenblicke bekommt er vom „wissendes Feld“ sämtliche Informationen, die er benötigt, um diese Aufgabe zu erfüllen. Es ist absolut erstaunlich. Der Darsteller beginnt, wie das Familienmitglied des Aufstellers zu fühlen, zu denken, ja selbst sind die Körperbewegungen und Gestigen oft ident. Dadurch entsteht ein naturgetreues Handeln des Darstellers mit dessen Hilfe sämtliche Hintergründe und Verstrickungen aufgedeckt werden können.

Nach jeder Rollenübernahme ist es für den Darsteller unbedingt erforderlich diese Rolle wieder bewußt abzugeben, damit nichts mitgenommen wird, was nicht zu einem selbst gehört. Dies erreicht man durch zweimaliges Drehen gegen den Uhrzeigersinn um die eigene Achse. Danach setzt man sich und sagt: „Ich bin“ und seinen Vornamen.